Von 0 auf 42 Kilometer - IATF 2025
Published: 2026-03-04
TL;DR:
vom 30.4. bis 3.5. fand das iatf statt.
Ich war beim K7NT und beim K42 am Start und bin dort meinen ersten (offiziellen) Marathon gelaufen.
Vorgeschichte
Los gings im Sommer 2024, da hat mich die Motivation gepackt wieder mehr laufen zu gehen.
Nachdem Ich früher mal (vor gut 10 Jahren) relativ viel gelaufen bin hab ich die letzten Jahre einiges an Fitness eingebüst.
Da gab es Zeiten in denen ich monatelang garkeine Laufkilometer in die Beine gebracht hab und dann wieder Zeiten in denen ich zumindest ab und zu (aber selten mehr als einmal alle zwei Wochen) für einen 3, 4, 5 oder vielleicht mal 6 km Lauf meine Schuhe geschnürt hab. An Höhenmeter garnicht zu denken.
Die neue Motivation kam dann mehr oder weniger aus dem Nichts. Marathon, Trailrunning und Outdoorabenteuer haben mich immer fasziniert, und voller “übermotivation” und ohne großes Wissen hab ich mich für die 10 km Strecke beim Night Run Innsbruck angemeldet. Das war nur ca. 3 Wochen vor diesem. Erster “Trainingslauf” ging ganz gut, zweiter auch, beim dritten hab ich mich dann gleich schon überlastet und mir eine 4 Wochen dauernde Knieverletzung geholt, …
Also musste ich den Night Run absagen und
mit der Enttäuschung umgehen. Zum Glück hab ich dadurch
nicht die Motivation verloren, sondern ein neues Ziel
gesetzt:
Oktober Streak also im Oktober
jeden Tag laufen gehen. Aber
locker, langsam, Verletzungsfrei!
Das hat geklappt. Zum Glück! Rückblickend betrachtet ist
die Idee mit einem Streak zu starten natürlich
absolut nicht zu empfehlen.
Für mich wars aber genau das Richtige.
Ich hab die Regelmäßigkeit gebraucht um von einem Ab-Und-Zu-5k-Läufer zu einem ein bisschen Ambitionierteren Läufr zu werden.
Kurzum hab ich mich dann gemeinsam mit meiner Freundin für den K7NT und mich für den K42 angemeldet.
Training
Ab und zu ein Back-To-Back-Long-Run, sonst je einmal schnell, weit und hoch pro Woche.
Alles andere Easy!
Gestartet hab ich, wie schon kurz beschrieben mit einem geplanten Ein-Monats-Streak aus dem ein 147 Tage Streak wurden (von 1.10.2024 bis 25.2.2025). Leider kam mir ab dann eine kleine Sportverletzung dazwischen die mich in eine Pause (bis 21.3.2025) zwang. Danach konnte ich langsam wieder mit dem Training starten. Genau eine Woche vor dem K42 war ich dann zum erten mal wieder 100% schmerzfrei laufen.
Einem richtigen Trainingsplan bin ich nicht gefolgt,
komplett unstrukturiert war es aber auch nicht.
Ich habe versucht einerseits das Volumen pro Woche und
andererseits sowohl intensität als auch länge der Long
Runs langsam aber stetig zu steigern. Gleichzeitig hab
ich darauf geachtet einmal pro Woche schnell
(z.B. Intervalle), einmal pro Woche weit und
einmal pro Woche hoch zu laufen. Ab und zu gabs
auch einen Back-To-Back-Long-Run.
Alle anderen Läufe bin ich langsam angegangen. Stichwort Zone 2 und LowHR Training.
Die letzte Woche vor dem Rennen hab ich dann ein bisschen Tapering betrieben. Der letzte Long Run war 10 Tage vor dem K42 und die intensität hab ich in diesen 10 Tagen auch drastisch reduziert.
Laufen bin ich zwar trotzdem jeden Tag gewesen, aber kürzer und lockerer als sonst; mit gelegentlichen kurzen Tempospitzen.
aber gleichzeitig auch
so gut vorbereitet wie es mir möglich war.
K7 Night Trail
Gestartet hat das IATF-Wochenende am Mittwochabend mit dem K7NT, einem 7,2km langen Trail Run der um 20:00 startete.
Das Rennen war für mich einerseits wertvoll um bereits vor dem K42 die Atmosphäre des IATF schnuppern zu können und andererseits war es großartig und wundervoll gemeinsam mit meiner Freundin die Strecke zu bewältigen.
Gestartet wurde vor dem Landestheater, der erste Teil führte dann durch die Europaratsallee und am Inn entlang bis zum Hans-Psenner-Steg. Von dort aus ging es dann steil bergauf, am Alpenzoo vorbei bis zum Wilhelm-Greil-Steig und weiter unterhalb der Hungerburg entlang bis zum Knappensteig. Ab dort wurde es dann schon dunkel und wir mussten mit Stirnlampe den Downhill richtung Mühlau und dann zurück über den Schillerweg laufen. Bevor es dann schlussendlich wieder ganz hinunter zum Inn und zum Landestheater ging, kam noch ein kurzer Anstieg über ein paar Meter entlang dem Erlerweg.
K42 Trailmarathon
Nach einer überraschend guten Nacht bin ich nervös und hibbelig aufgewacht, hab meine am Vortag vorbereiteten Sachen gepackt und mich dankenswerterweise von meinem Papa nach Mutters zum Startbereich bringen lassen. Dort angekommen konnte ich beim lockeren Aufwärmen die Starts der Elite sowie der Blöcke Ambitioniert 1 und 2 beobachten. Unglaublich wie da manche lossprinten. Dann kamen - nach einem neuerlichen kurzen Gear-Check (Handy und Rettungsdecke dabei, Profil der Schuhe etc.) - die “Genussläufer” zu denen ich mich zugehörig fühlte in den Startbereich.
Pünktlich um 08:05 fiel der Startschuss!
Die Strecke
Hier gehts zur Route auf strava.
Von Mutters auf die Mutterer Alm
Vom Startbereich bei der Talstation der Mutter Alm Bahn ging es erstmal ein paar Höhenmeter runter bevor es dann über ein kurzes flowiges Wald und Wiesen Stück gleich rein in den ersten zachen Anstieg ging. Mit fast 800 Höhenmetern auf nur ca. 5 km bin ich in diesem erstan Abschnitt mehr am Power-Hiken als am laufen.
Meine Strategie war hierbei mich immer an jemanden dran zu hängen, bis jemand vorbei kam der mich überholte. Dann überholte ich mit, bis ich an einer Gruppe vorbei war und lief der nächsten Gruppe wieder auf.
Kurz vor der Mutterer Alm gab es dann einen feinen breiten Forstweg der mit leichtem Auf und Ab zur ersten VP führte.
Von der Mutterer Alm in die Axamer Lizum
Eine Runde um den fast leeren Speichersee oberhalb der Mutterer Alm, dann ein kleiner Downhill über die Schiepiste und einen Forstweg und schon geht es wieder Steil bergauf! Diesmal aber nicht mehr so lange, nur ein paar hundert Höhenmeter um dann flowig am Birgitzköpfl entlang laufend in die Axamer Lizum zu kommen.
Über den längsten Teil dieses Abschnitts bin ich dem immer gleichen Läufer hinterher, mal 5 Meter abstand, mal 50 Meter abstand aber immer in Sichtweite. Gemeinsam wurden wir von einigen anderen Läufer:innen überholt und haben auch immer wieder die eine oder andere Gruppe hinter uns gelassen.
Kurz vor der Lizum hab ich mich dann fürs “pacen” bedankt und hab ihn überholt.
Lizum bis Birgitz
Jetzt folgt der erste lange Downhill,… zuerst noch flowig dahin aber ehe man sich versieht gehts richtig steil bergab. Und bergab. Und bergab.
Nicht gerade meine Lieblingsdisziplin, aber weil ich und die Läufer:innen um mich herum hier nicht so außer Atem sind, wird abundzu ein bisschen gequatscht, angefeuert und Mut gemacht.
Kurz vor Axams zieht dann auch schon das Elite-Feld der K35er in einem wahnsinns Tempo an mir vorbei. Startschuss für die K35-Elite war um 10:00. Von der Streckenführung her blieb ihnen schon einiges erspart, aber trotzdem beeindruckend, wie schnell die unterwegs waren.
Gegen Ende dieses Abschnitts hab ich auch ein nettes deutsches Päärchen kennengelernt, die mir im Laufe des Laufes immer wieder über den Weg laufen werden.
Birgitz bis Kranebitten
Über die VP in Birgitz war ich sehr froh, ich hatte kein Wasser mehr und war schon ziemlich hungrig. Anschließend ging es das nasse Tal runter nach Völs, um anschließend nur noch gerade aus bis zur VP nach Kranebitten zu gelangen.
Die aussichten sind so weit also schon recht gut für diesen Abschnitt noch besser, dass sich meine Freundin, meine Tochter, meine Mama, mein Papa, seine Frau und meine Großeltern bei der VP in Kranebitten zum Anfeuern angekündigt haben.
Besser als die Aussichten war dann noch die Realität: Meine Freundin ist mit dem Rad im nassen Tal unterwegs und so kann ich mir an zwei drei Stellen an der Strecke ein Motivationsbussi abholen, ab dem Innradweg lief für ein, zwei Kilometer - bis kurz vor Kranebitten - dann mein Papa neben mir her. Das war eine schöne Abwechslung für den ansonsten “langweiligsten” Teil der gesamten Strecke.
Zur VP und aus der VP passierten wir dann den gleichen kurzen Wegabschnitt, so konnte ich zweimal das Anfeuern meiner Fan-Crew genießen.
Von Kranebitten zum Rauschbrunnen
Weiter gehts.
Gedanklich hab ich mir das Rennen schon so eingeteilt, dass ab jetzt die zweite Hälfte beginnt. Tatsächlich bin ich zu diesem Zeitpunkt schon bei 28 km, also deutlich über die Hälfte. Auch vom Höhenprofil her ist das gröbste schon hinter mir. Nichtsdestotrotz gehts gleich brutal Steil rauf zum Rauschbrunnen.
Hier fällt mir zum ersten mal auf, dass ich bereits einige Läufer:innen des Ambitionierten-Startfelds überhole; die haben immerhin 30 bis 45 Minuten früher gestartet als ich.
Das motiviert natürlich.
Vom Rauschbrunnen aufs Höttinger Bild
Über den wunderschönen Bärfallsteig wird dann hinüber gequert, da geht es zuerst schön flowig dahin und zum schluss dann steil hinunter zum Höttinger Bild. (Der Downhill ist da eigentlich nicht lang, fühlte sich aber ewig an.)
Am Höttinger Bild angekommen hab ich mich auf die VP gefreut,… aber … wo ist die? Keine VP in Sicht, also bleib ich beim Brunnen stehen, fülle meine Wasserflasks auf und tauche meine Kappe in das kalte Wasser.
Nur um 100m weiter festzustellen, dass die VP beim
Haus der Turnerschaft ist und nicht bei der Kapelle. Das
hat mich ein bisschen aus dem Konzept gebracht, ich bin
dann gleich nochmal stehen geblieben und hab mich mit
kleineren Snacks verpflegt.
Rückblickend war das ein viel zu langer Stopp!
Höttinger Bild bis zur Umbrüggler Alm
Nach dem Höttinger Bild so dachte ich, ist alles Easy. Aber es ging - in mir bekanntem Gebiet über mir unbekannte Steige und Wege - dann doch nochmal ordentlich hinauf bis kurz oberhalb der Umbrüggler Alm.
Kurz oberhalb, Stichwort.
Bei der VP Umbrüggler Alm hatte ich schon wieder ein
paar Höhenmeter nach unten gemacht und war deshalb
dementsprechend “erholt”. Das führte dann (leider) dazu,
dass ich nichts mehr auffüllte, und nichts mehr aß,
sondern einfach daran vorbei lief.
Von der Umbrüggler Alm auf die Hungerburg
Mit dem “Wissen”, dass es nur noch bergab gehen wird, haben sich die letzten paar wenigen Höhenmeter zwischen der Umbrüggler Alm und der Seilbahntrasse richtig weh getan.
Aber von dort an ging es dann wenigstens wirklich bergab. Zuerst steil die Seilbahntrasse und dann ausrollend bis zur Hungerburg.
Von der Hungerburg runter zum Inn
Bei der Hungerburg einmal um die Talstation, kurz die Höhenstraße entlang und dann gleich wieder in steiles Gelände, am Alpenzoo entlang hinunter nach Innsbruck und dort über den Inn.
Der letzte Kilometer (und ein paar Zerquetschte)
Noch Ein (und ein bisschen) Kilometer. Yes Endspurt! Geschafft!
Bäm
Nix da.
Nach 200m im Flachen konnte ich ab der Station Löwenhaus nur noch gehen und musste meinen Mitläufer davonziehen lassen.
Aber als die Europaratsallee und somit wirklich der Endspurt ins Blickfeld rückte fand ich noch die Kraft die letzten 300m wieder zu laufen. Davon die letzten 50m sogar sprinten (gefühlt!).
Ziel
Im Ziel angekommen haben mich dann meine Freundin, meine Tochter, meine Mama, mein Papa, seine Frau und meine Großeltern in Empfang genommen und gratuliert.
Ich war dann richtig glücklich und stolz und erleichtert und gehyped.
Nach einem alkoholfreien Bier, einer Portion Kaiserschmarren und ein paar netten begegnungen mit Mitläufern ließ ich den Tag dann noch am Spielplatz im Hofgarten bei bestem Wetter ausklingen.
Fazit
Gern wieder.
Spoiler: mit erscheinen dieses Blogeintrags sind es nur noch ein paar Wochen bis zum K110 2026.