K110 - Masters of Innsbruck @ IATF 2026
Published: 2026-05-16
TL;DR: ich hab beim IATF 2026 die Distanz mit in 16:27:59 gefinished.
Der Tag davor
Die Aufregung war riesig. Nicht nur bei mir, auch bei meiner 4-jährigen Tochter, die nachmittags beim Kids Trail mitlaufen durfte und dabei 3 Runden absolvierte.
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| Mein kleiner Schatz in voller Action beim Kids Trail |
Um 18:00 gab es dann das Race Briefing. Wenig überraschend wurde die Strecke — aufgrund von zu viel Schnee — um ca. und gekürzt. Ausgelassen wurde der Loop über den Zirbenweg, also das oberste Stück am Patscherkofel.
Nach einem Abendessen am Festivalgelände hab ich mich nochmal hingelegt und versucht ein bisschen zu schlafen. Geklappt hat das natürlich nicht, aber zumindest ein bisschen rasten hat gut getan.
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| Carboloading in Form von leckeren Momos am Festivalgelände |
Die Momente bis zum Start
Um 23:00 wurd ich dann von Mama, Papa und meiner Schwester — mit einem “Lauf Lukas Lauf”-Plakat — daheim abgeholt.
Papa nahm mein Drop-Bag entgegen und wir sind zur Startlinie spaziert. Mit jedem Schritt wurde ich noch nervöser, mit jedem Schritt kamen noch mehr Zweifel auf, mit jedem Schritt stieg die Vorfreude!
Gear-Check beim Eingang in den Startkanal; Anspannung; Aufregung; Vorfreude; Adrenalin; …
Alles wurde — im wahrsten Sinne des Wortes — noch durch eine Feuerschow am Startbogen befeuert.
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| Die Stimmung im Startkanal war einfach nur phänomenal. Jede und jeder ist voll fokussiert. | Ein bisschen sieht man mir die Vorfreude und Aufregung an … |
Der Startschuss
Um Mitternacht startete die erste Startwelle der K85 und K110 Läufer:innen und ein paar Minuten später, um 0:16 fiel dann der Startschuss für die zweite Startwelle, für mich.
Es ging ganz gemächlich los, eine kleine Runde durch die Altstadt, vorbei am goldenen Dachl, die Strecke war gesäumt von einer Mischung aus Feiernden des Innsbrucker Nachtlebens, jubelnden Fans und staunenden Passanten. Nach ein paar Metern am Inn entlang gings dann gleich in den ersten Anstieg übern Alpenzoo auf die Hungerburg.
Die Nacht
Von der Hungerburg führte der Trail dann noch ein Stück aufwärts richtung Umbrüggler Alm, man bog aber vorher noch ab und folgte schmalen Steigen entlang bis aufs Höttinger Bild. Vom Höttinger Bild aus gings dann steil hinauf und über den Bärfallsteig zum Rauschbrunnen, dann steil hinunter zur ersten Versorgungsstation in Kranebitten. Über Völs durchs Nasse Tal nach Omes, Axams und zur zweiten Versorgungsstation in Birgitz lief alles super gut, man quatschte immer wieder und tauschte sich über bisherige Ultra- und Trailläufe aus bevor es dann so richtig in den zweiten Anstieg über den Götzner Graben hinauf zur Mutterer Alm ging.
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| Noch vor Sonenaufgang stand ich um ca. 4:40 am Speichersee bei der Mutterer Alm und konnte dieses grandiose Panorama genießen. |
Von dort aus ging es zuerst super laufbar über einen leicht abfallenden Forstweg hinüber zur Kreither Alm und dann ein bisschen steiler hinunter nach Telfes zur dritten Versorgungsstation. Von Telfes folgte man dann bergauf-bergab zuerst das Stubaital hinaus und dann das Wipptal und die Sillschlucht entlang bis zum Bergisel.
Auf diesem Abschnitt hab ich Julian kennengelernt, den ersten von zwei Mitläufern die ich über weite Strecken immer wieder getroffen hab.
Alles in allem war die Nacht einfach Traumhaft. Es waren perfekte Bedingungen und fühlte sich sehr kurzweilig an. Vorallem nach einem Nacht-Trainingslauf vor ein paar Wochen, bei dem es durchgängig regnete und starker Nebel war, war diese im Gegenzug wie aus dem Bilderbuch. (Auch wenn ich einmal gestürzt, zum Glück jedoch ganz weich gelandet bin.)
Der Vormittag
Um 7:37 (Fun Fact: auf die Minute genau in meiner Hochrechnung) bin ich am Bergisel angekommen. Dort hat meine Mama und mein Papa mit meinem Drop-Bag auf mich gewartet. Dort gab es auch die erste und einzige richtige Pause inklusive Zähneputzen, frischem T-Shirt und Kaiserschmarren.
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| Zahnbürste, Kaiserschmarren, frisches T-Shirt und frische Socken | Panoramablick vom Bergisel über Innsbruck |
Weiter gehts! Ein paar Meter abstieg, ein paar Meter flach, am Bierstindl vorbei, gab es Applaus und gute Stimmung bevor es in den längsten Anstieg hinauf richtung Patscherkofel ging. Dort teilte sich die Strecke der K85- und K110-Läufer:innen. Für die K85er ging es direkt weiter richtung Aldrans, für mich steil bergauf.
Die Halbzeit liegt hinter mir.
Ich fühl’ mich frisch.
Ich fühl’ mich stark.
Aber nach kurzer Zeit, kurz vor Kilometer hatte mich das erste Tief. Ab der Versorgungsstation Heiligwasser, bei der mein Papa schon auf mich wartete, war das erste Tief dann überwunden und es ging in schnellem Wanderschritt rauf zur Lanser Alm. Sehr fein laufbar ging es dann weiter zur Sistranser Alm.
Die “Originalstrecke” hätte noch weiter hinauf zum Zirbenweg geführt, wegen zu viel Schnee wurde die Strecke hier um ca. und verkürzt.
Auf der Sistranser Alm traf ich wieder auf Julian und lernte Tim kennen, den zweiten Mitläufer. Zu dritt nahmen wir bei der Versorgungsstation für ein paar Minuten Platz auf einer Bank.
Beim Weiterlaufen sagte einer der beiden: “Es sind jetzt nur noch drei Versorgungsstationen”. Diese Worte ließen bei mir ein bischen Wehmut aufkommen. Nur noch drei und dann ist dieses grandiose Abenteuer schon zu Ende? … Up and Down … :)
Die Mittagszeit
Weiter im Downhill, schön abwechselnd über Forststraßen und Steige. Langsam wird es aber Zach; kein Wunder mit in den Beinen.
Auf diesem Abschnitt holten mich Tim und Julian ein. Zu dritt, manchmal zu viert, manchmal zu zweit manchmal alleine gings runter nach Rinn, nach Aldrans und nach ein bisschen auf und ab zur Versorgungsstation Herzsee.
Kurz vor der Versorgungsstation trafen wir auf Florian, ein Freund, der ursprünglich auch für den K110 gemeldet gewesen wäre, aber leider um ein Jahr verschieben musste. Applaus und Zuspruch von einem bekannten Gesicht haben richtig viel Energie gegeben, so viel, dass die letzten Kilometer bis zum Herzsee in flottem Pace möglich waren.
Am Herzsee hab ich nur ganz kurz Pause gemacht, hier hätte ich wieder Zugriff auf mein Drop-Bag gehabt, aber nichts gebraucht. Für mich gab es nur ein paar Scheiben Wassermelone und wertvolle motivierende Worte von Papa, Alexandra und Florian.
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| Leckere Wassermelone und viel Motivation bei der Versorgungsstation Herzsee in Aldrans. |
Ab hier lief ich wieder gemeinsam mit den
Läufer:innen der K85 und K65 Strecke. Viele von ihnen
waren noch deutlich frischer und fitter
schneller als ich. Für ein paar Minuten war es richtig
hart, sich daran zu gewöhnen nicht mehr im
“gleichgesinnten Vierergrüppchen” unterwegs zu sein;
nach diesem kurzen Tief konnte ich es dann genießen und
spürte die ganzen positive vibrations aller
Läuferinnen und Läufer um mich herum.
In Hall angekommen begann ich die Hitze zu spüren (kurz vorm Herzsee wars auch schon warm, …). Ein Schild mit der Aufschrift “ bis zum Ziel” gab mir nochmal einen Mentalen push und ließ mich an der Versorgungsstation zu Papa sagen: “Das ist ja nichteinmal mehr ein Halbmarathon, das lauf’ ich ja in der Früh vorm Arbeitengehen”.
Weiter durch die Haller Altstadt und über Feldwege nach Absam und am Waldrand entlang bis nach Thaur. Hier war der Weg wenig spektakultär, dafür immer in der prallen Sonne. Die Mittagshitze machte hier ganz schön zu schaffen und ich merkte das ich bald langsamer werden würde.
Der Nachmittag
Bei der Versonrgungsstation Thaur traf ich Oma, Opa, Papa, Angelika und Markus, das war sehr schön. Ich war schon ziemlich K.O. konnte aber mit einem kurzen “Sprint” wieder auf Tim aufschließen.
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| Steiler Anstieg in Thaur |
Vorbei an der wunderschönen Thaurer Burgruine und noch ein paar Waldwege bis zur 7-Wege-Kreuzung. Von dort gings ein letztes Mal steil — sehr steil! — hinauf zur Enzianhütte und ein bischen darüber hinaus. Der Uphill war noch mit flottem Wanderschritt zu schaffen, aber von dort bis zur Hungerburg zog sich jeder Meter wie Kaugummi. Ab hier konnte ich mit Tim nicht mehr Schritt halten und wurde immer langsamer und langsamer.
Linker Fuß, rechter Fuß, linker Fuß, rechter Fuß, Schmerzen ignorieren, Fokus, Durchhalten, …
Dann plötzlich der Blick über Innsbruck, auf den Patscherkofel, ins Stubaital. Da fühlt man sich ganz klein und kann garnicht glauben welche Strecke bereits hinter einem liegt …
Linker Fuß, rechter Fuß, linker Fuß, rechter Fuß, Schmerzen ignorieren, Fokus, Durchhalten, …
Endlich kamen wir auf der Hungerburg an. Nach Innsbruck hinunter, im immer noch langsamer werdenden Wanderschritt. Vorbei am Alpenzoo. Jetzt ist richtig viel los am Trail, ab hier sind auch die Läuferinnen und Läufer der K25, K35 und K42 Strecke mit dabei. Man merkt jetzt die Nähe zur Stadt, die Nähe zum Ziel, es stehe viele jubelnde Fans am Straßen- und Wegrand.
Am Inn angekommen über die Brücke und plötzlich ist die Energie wieder da. Die letzten konnte ich plötzlich wieder laufen …
Der Zieleinlauf
Bei der Station Löwenhaus der Hungerburgbahn ging mir
nocheinmal kurz die Kraft aus. Dort ist der Innradweg,
den man entlang läuft ganz leicht ansteigend, vielleicht
über
,
… jedenfalls wollte ich bzw. meine Beine ins Gehen
übergehen. Ein Läufer mit einem roten Rucksack hat mich
mit motivierenden Worten davon abgehalten. Danke dafür,
unbekannter weise :-)
Auf in die Zielgerade! Die — ca. lange — Europaratsallee war gesäumt von jubelndem Publikum, mein Papa wartete dort bereits und lief noch ca. mit mir, dann wartete meine Fan-Crew, meine Freundin, meine Tochter, … die lezten Meter waren wunderschön. Mit meiner Tochter an der Hand konnte ich über die Ziellinie laufen und musste dann als erstes gleich weinen.
So viel Erleichterung, so viel Freude, so viel Glück, so viele Emotionen! Überwältigend.
Das Danach
Jetzt, gute zwei Wochen danach bin ich wieder zu erholt und trainiere fleißig für schnelle Ende Mai beim Stadtlauf.
Die beim IATF 2026 werden mir als mein erster Hunderter immer in bester Erinnerung bleiben. Es war einfach schön das alles, genau so, an genau dem Tag, mit genau diesen Begegnungen, mit genau diesen Schritten, erlebt zu haben.
Die harten Fakten
Nach Stunden Minuten und Sekunden kam ich nach und überglücklich im Ziel an.
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| Die Route und das Höhenprofil laut meiner Uhr. | Meine Finisherurkunde. [pdf] |
Am Bergisel machte ich ca. Minuten Pause. An den restlichen Versorgungsstationen hab ich mich immer nur recht kurz aufgehalten.
In der Tabelle gibts die offiziellen Chipzeiten nachzulesen:
| Messpunkt | Distanz | Uhrzeit | Rennzeit | Pace |
|---|---|---|---|---|
| Hans-Psenner Steg | 1,9 km | 00:28:21 | 11:54 | 6:06/km |
| Hungerburg | 4,8 km | 00:52:16 | 35:50 | 8:23/km |
| Höttinger Bild | 8,0 km | 01:15:58 | 59:31 | 7:24/km |
| Kranebitten | 14,1 km | 02:20:26 | 2:03:59 | 10:34/km |
| Birgitz Dorfplatz | 22,3 km | 03:18:09 | 3:01:42 | 7:02/km |
| Götzner Graben | 28,6 km | 04:20:13 | 4:03:46 | 9:51/km |
| Mutterer Alm | 31,1 km | 04:45:42 | 4:29:15 | 10:11/km |
| Telfes | 39,8 km | 05:47:40 | 5:31:13 | 7:07/km |
| Bahnhof Unterberg | 49,3 km | 06:50:33 | 6:34:07 | 6:37/km |
| Gärberbach | 51,8 km | 07:06:13 | 6:49:46 | 6:15/km |
| Bergisel | 55,3 km | 07:37:01 | 7:20:34 | 8:48/km |
| Heiligwasser | 63,6 km | 09:22:05 | 9:05:38 | 12:39/km |
| Lanser Alm | 67,2 km | 10:07:20 | 9:50:54 | 12:34/km |
| Sistranser Alm | 68,3 km | 10:24:48 | 10:08:22 | 15:52/km |
| Rinn | 74,6 km | 11:18:34 | 11:02:07 | 8:31/km |
| Herzsee | 80,7 km | 12:06:59 | 11:50:32 | 7:56/km |
| Münze Hall | 87,9 km | 13:17:03 | 13:00:37 | 9:43/km |
| Thaur | 94,2 km | 14:16:52 | 14:00:25 | 9:29/km |
| Hungerburg | 102,9 km | 16:15:15 | 15:58:48 | 13:36/km |
| Hans-Psenner Steg | 105,2 km | 16:37:18 | 16:20:52 | 9:35/km |
| Ziel (Landestheater) | 106,1 km | 16:44:25 | 16:27:58 | 6:32/km |
Von der ITRA gabs in der Kategorie
ITRA-5 dafür 548
Punkte.
Die UTMB Punkte in der Kategorie
100K sind (stand:
16.5.2026) noch nicht verfügbar. Die gäbs dann
irgendwann hier
zu finden.
Der Ausblick
Voraussichtlich öffnet am 09.09.2026 um 09:09 die
Anmeldung für das Innsbruck Alpine Trailrun Festival
2027 ;-)
Die Danksagung
Ein rießengroßes Dankeschön geht an meine Mama und meinen Papa, die beiden haben mich am Bergisel und Papa noch bei vielen weiteren Stationen auf der Strecke unterstützt und motiviert!
Ein rießengroßes Dankeschön geht an Tim und Julian, mit denen ich so viele Kilometer teilen durfte, die mich immer wieder motiviert haben und denen zusätzlich noch mein größter Respekt zum finishen dieses Abenteuers gilt!
Das allergrößte Dankeschön geht an meine Freundin, ihre Tochter und meine Tochter, die mich und meine Spinnereien das ganze Jahr aushalten. Euch an der Ziellinie zu erwarten hat mir den ganzen Weg über Flügel verliehen.
Danke an das Team der Laufwerkstatt für das grandiose Event, vorallem den Menschen an den Versorgungsstationen, den Streckenposten und allen die diese Strecke so perfekt markiert haben!
Wers bis hierher gelesen hat, hat sich dafür natürlich auch ein Dankeschön verdient!
Ciao, Bussi, Baba und viel Spaß beim Laufen!
Diesen Beitrag betreffende Lobesworte und Beschwerden dürfen entweder für sich behalten oder an geschickt werden.
PS: Seit einer
Wochen schmückt ein neues Tattoo meinen Nacken: das hier
gelaufene Höhenprofil :-)










